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Ein Abriss zur Ortsgeschichte                                                        Bilder von Schneppendorf


Schneppendorf vereint zwei ursprünglich eigenständige Waldhufendörfer und grenzt unmittelbar an die Zwickauer Stadteile Crossen und Auerbach sowie an den Mülsengrund an. Einige Familien sind bereits über Jahrhunderte ansässig.


„Snepphenberg” wurde wohl erstmals in einer Urkunde des Herzogtums
Schönburg im Jahre 1379 erwähnt (weitere Ortsnamen um 1460:
Schnepfendorf und 1554: Schneppendorf). „Judithenhain” verdankt
seine etwa gleichzeitige Entstehung, wahrscheinlich der urkundlich
belegten Schenkung des Herzogs von Schönburg an die verwandte
Gräfin Juditha. Beide Ortschaften wurden von Bauern aus dem
fränkisch- thüringischen Raum gegründet, waren ursprünglich reine
Bauerndörfer, auch wurden natürliche Gegebenheiten zur Fischzucht
genutzt. Notwendige Schmiedearbeiten bewerkstelligte weitgehend
die 1399 gegründete Crossner Dorfschmiede.


Nachdem Markgraf Wilhelm von Meißen um das Jahr 1421 Handwerkern
bei strengster Strafe verbot, sich in Dörfern nieder zu lassen, erteilte die
Schönburgsche Herrschaft die erste Handwerksgenehmigung um 1501
(„Hammermühle”). Gegen 1598 entstand die zweite Mahlmühle (Anwesen

des Bauern Heinrich Günther, heute: Feuerwehr- und Garagenstandort), 1621 ging die erste Jüdenhainer Dorfschmiede in Betrieb. Der Jüdenhain querende „Marktsteig” war lange einziger Handelsweg zwischen Zwickau und dem Mülsengrund.


Zunehmend ließen sich Häusler, Strumpfwirker, Ziegelbrenner oder Leineweber nieder. Neben Mühlen, Schmieden, Bäckereien, Fleischereien oder Gastwirtschaften entstanden kleinere Textilunternehmen, Ziegeleien oder Baugewerke.


(z.B.:1852: die Bäckerei Taubert (Jüdenhain); 1854/ 1857: Schneider und Stellmacher in Jüdenhain; 2 Schuhmacher und 1 Fleischer, später: „Trommers Gasthof”; 1858: Eröffnung einer Materialwarenhandlung mit Kegelbahn und Gaststube; 1864: Schmiedemeister Eberlein erhält Betriebsgenehmigung für eine Gastwirtschaft; 1900: Die letzte Ziegelei wird eingestellt).


                                                                                      















 



Während Jüdenhain noch im 19. Jahrhundert unter Schönburger Verwaltung stand und mit Thurm verbunden blieb, gingen Schneppendorfer Lehn und Zinsen bereits seit Jahrhunderten an den Rat der Stadt Zwickau, mit Crossen bestand ein gemeinsames Schul- und Kirchenspiel.

Zunehmend entwickelten sich in Jüdenhain höhere Einwohnerzahlen (z.B. 1806: Schneppendorf 98 und Jüdenhain 221 oder 1920: Schneppendorf 171 und Jüdenhain 611 Einwohner).


Vor dem 2.Weltkrieg arbeiteten viele Schneppendorfer und Jüdenhainer in der Landwirtschaft, im Kleingewerbe oder in Betrieben im näheren Umfeld. Zum 01.04.1938 wird Jüdenhain nach Schneppendorf eingegliedert.


Nach 1945 gab es im Dorf nur noch wenige, meist kleinere Handwerks- und Gewerbebetriebe. Wegen begrenzter gewerblicher Arbeitsplatzangebote pendelten Schneppendorfer weiterhin in umliegende Gewerbe-, Industrie- oder Bergbaugebiete u.a. nach Zwickau, Glauchau, Mosel, Crossen oder Thurm aus. Die großflächigen Plateauflächen in Richtung der Nachbarorte blieben einer weiterhin starken Landwirtschaft vorbehalten.


(s. 1945: „Bodenreform”, 1947: VdgB-/ BHG-Gründung, 1950: Bildung von MAS/ MTS, 1959: erste LPG, 1960: zwei Rinderoffenställe mit Siloanlage; 1968: Rinderkombinat Schneppendorf; 1961...66/67 Auf- und Ausbau der Schweinezuchtanlage).


Seit der Deutschen Wiedervereinigung sind meist inhabergeführte ortsverträgliche Servicedienstleister und Freiberufler ansässig. Überörtlich tätige Agrarunternehmen und Haupterwerbslandwirte nutzen seit jeher anerkannt hohe natürliche Bodenfruchtbarkeiten für den Ackerbau, für die Vieh- und Milchwirtschaft oder als Wiesen- und Weideland. Weitere Flächen und Anwesen dienen dem Nebenerwerb, der Eigenversorgung, der Pensions- oder der Hobby- Tierhaltung.

Der „Graurock” ist die derzeit größte zusammenhängende Forstfläche im Osten Zwickaus. Lokale Holzbodenbestände erlauben eine anteilige Waldwirtschaft und Holzgewinnung.


Schneppendorf wurde 1992 nach Crossen und danach in 1996 nach
Zwickau eingemeindet.


Bis heute blieben weitläufige ländliche Prägungen, historisch wertvolle
Siedlungs- und Baustrukturen, hohe natürliche sowie reizvolle Wohn-,
Lebens- und Naherholungswerte erhalten. Bereits traditioneller Beliebtheit

erfreuen sich touristische Wegebeziehungen in Richtung Zwickau,
Glauchau, Mülsen,Crossen, Pölbitz oder Auerbach aber auch
Gebiets- und Rundwanderwege, von Touristenverbänden empfohlene
(über)regionale Radtouren oder Reitwege

der regionalen Netzplanung.


Quellenverzeichnis: Michael Sawade: Schneppendorf


Die ersten Meilenblätter Sachsens (1795 und 1798) sowie Karten um 1875 belegen einst locker bebaute Gebiete. Damals erfasste Höfe und Anwesen existieren oft noch heute. Das Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen (1806) beschreibt die Gegebenheiten wie folgt:


„Schneppendorf, ein unmittelbares Amtsdorf im Königreich Sachsen, im erzgebirgischen Amte Zwickau hat 14 Häuser und 98 Einwohner, ...die  
meist Bauern sind und 84 Kühe ihr eigen nennen... ist nach Crossen eingepfarrt, hat Mühle und Wirtshaus...”


„..Jüdenhain, ein Mannlehndorf im Königreich Sachsen, in den fürstlich-gräflichen Schönburgischen Rezessherrschaften ...hat 48 Häuser, 221 Einwohner, Schmiede, Wirtshaus und Mühle und ist nach Thurm eingepfarrt. Unter den Einwohnern sind acht ganze und drei halbe Lehnbesitzer, 37 Gärtner und Häusler... meistenteils als Strumpfwirker und Handarbeiter... Das Dorf gehört zum Rittergut Mosel... besitzt aber selbst obere und niedere Gerichte. Zwei Bauerngüter heißen ”Freigüter” und leisten keine Fronen...”.